Die Geschichte Schleswig-Holsteins
Vom Nordelbingen des Mittelalters bis zum modernen Bundesland
Die Geschichte Schleswig-Holsteins ist geprägt von seiner geografischen Schnittstellenlage zwischen dem deutschen Kulturraum im Süden und dem skandinavischen im Norden. Die Entwicklung vom umkämpften Grenzgebiet zweier Reiche bis zum heutigen Bundesland vollzog sich über mehr als ein Jahrtausend.
Mittelalter: Zwei Territorien unter zwei Kronen
Bereits im frühen Mittelalter bildete der Fluss Eider die historische Grenze zwischen den Sachsen im Süden und den Dänen sowie Jüten im Norden.
- Herzogtum Schleswig: Nördlich der Eider entstand das Herzogtum Schleswig, das als dänisches Lehen direkt unter dem Einfluss der dänischen Krone stand.
- Grafschaft / Herzogtum Holstein: Südlich der Eider etablierte sich Holstein als Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
„Up ewig ungedeelt“ – Im Vertrag von Ripen (1460) wählte der schleswig-holsteinische Adel den dänischen König Christian I. zum gemeinsamen Landesherrn. Er versprach im Gegenzug, dass beide Gebiete auf ewig ungeteilt zusammenbleiben sollten.Das 19. Jahrhundert: Nationalismus und Schleswig-Holsteinische Frage
Mit dem Aufkommen des modernen Nationalismus im 19. Jahrhundert brach der Streit um die staatliche Zugehörigkeit aus:
- Dänische Seite: Strebte danach, Schleswig eng an das Königreich Dänemark zu binden („Eiderdänen“).
- Deutsche Seite: Forderte ein ungeteiltes, eigenständiges Schleswig-Holstein innerhalb des Deutschen Bundes.
Der Konflikt führte 1848 zur Schleswig-Holsteinischen Erhebung und gipfelte 1864 im Deutsch-Dänischen Krieg. Nach dem Sieg Preußens und Österreichs musste Dänemark im Frieden von Wien auf die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg verzichten.
Preußische Provinz und Groß-Hamburg-Gesetz
Nach dem Deutschen Krieg von 1866 übernahm Preußen die alleinige Kontrolle und wandelte die Region 1867 in die preußische Provinz Schleswig-Holstein um.
Eine bedeutende territoriale Neuordnung brachte das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937:
- Städte wie Altona, Wandsbek und Harburg-Wilhelmsburg wurden an Hamburg abgegeben.
- Im Gegenzug erhielt Schleswig-Holstein die Freie Hansestadt Lübeck sowie das ehemals oldenburgische Gebiet um Eutin.
Grenzziehung 1920 und Gründung des Bundeslandes 1946
Nach dem Ersten Weltkrieg bestimmte der Versailler Vertrag eine demokratische Volksabstimmung über den Grenzverlauf:
- 1920 Nordschleswig stimmte mehrheitlich für Dänemark und gehört seitdem als Sønderjylland zu Dänemark.
- 1920 Südschleswig (inkl. Flensburg) entschied sich für den Verbleib bei Deutschland.
Nach dem Zweiten Weltkrieg löste die britische Militärregierung am 23. August 1946 (Verordnung Nr. 46) die preußische Provinz auf und gründete das eigenständige Land Schleswig-Holstein. Durch die Aufnahme von über einer Million Heimatvertriebenen veränderte sich die Bevölkerung nachhaltig. 1949 wurde Schleswig-Holstein schließlich ein Bundesland der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland.
Historischer Überblick zur Entstehung von Schleswig-Holstein
Heute ist es nun also 80 Jahre her, dass das wohl schönste Bundesland der Welt gegründet wurde.
Und da es in Schleswig, in meinen Augen, nur einen Platz gibt, der besonders mit Schleswig-Holstein verbunden ist, treffen wir uns wieder einmal auf der Schützenkoppel, vor dem Bellmann-Chemnitz Denkmal. Schließlich wurde hier vor über 180 Jahren die Schleswig-Holstein Hymne uraufgeführt.
Das Logbuch und ich werden von 16 bis mindestens 16:30 Uhr vor Ort sein.
Wegpunkte
P0BVWCJ - ParkplätzeN 54° 31.048 E 009° 33.118